Von:
Susanne Behnke

e-ehe.de

Ehen werden im Himmel geschlossen. Und Ehen werden auf der Erde gelebt: Wer verliebt ist, schwebt auf „Wolke sieben“ und sieht die Welt mit anderen, neuen Augen. Manchmal entsteht aus diesem Glück die Sehnsucht, nicht nur für den Augenblick, sondern grundsätzlich Ja zueinander zu sagen.

„Die Ehe ist ein weltlich Ding“, betont Martin Luther. Die Liebe auf der Erde zu leben, heißt auch, die großen und kleinen Konflikte des Alltags wahrzunehmen und miteinander zu bestehen. Angefangen von Haushaltsfragen wie „Wer trägt den Müll runter?“ über berufliche Entscheidungen – „Wer arbeitet wie viel und was?“ bis zum Thema des Familienwunsches … „Und wie sieht dann die Aufgabenverteilung aus?“

Hier erlebe ich, dass Paare leicht ins Stolpern kommen können. Um sich nicht von den „Steinen des Alltags“ entmutigen zu lassen, braucht es Zuspruch und Kraft. Hierfür stellen wir uns als Christinnen und Christen unter den Segen Gottes. In der Trauung wird unser persönliches Ja zueinander mit dem Ja Gottes zu uns beiden in Berührung gebracht. Wir lassen uns die Hände auflegen und reichen uns die Hände: Was vor Gott zusammengefügt ist, mögen wir als Liebende bewahren und entfalten!

Das, was wir uns da versprechen, uns weiter ersehnen und wofür wir um Segen bitten, gehört dennoch nicht zu den leichtesten Übungen in unserem Leben: So viele Ehen, die zerbrechen, manche Trauung, an der schon die Familienangehörigen, Freundinnen und Freude eher mit Skepsis teilnehmen …

In der evangelischen Kirche sind wir gefragt worden, ob wir auch „Ehevorbereitungskurse“ anbieten wie in der katholischen Kirche: Ja, das machen wir! Mit wachsender Erfahrung und wachsender Begeisterung. Seit gut sieben Jahren gibt es das Angebot „EheStärken“ in unserer Landeskirche. Komme ich von so einem Wochenende mit den frisch verliebten Paaren vergnügt und erfüllt nach Hause, da werde ich in meiner Gemeinde auch schon mal gefragt: „Warum macht ihr das nur für Paare vor der Trauung? Warum nicht auch für die schon länger Verheirateten?“ Ja, warum eigentlich nicht?

Als Pastorin darf ich ja auch Gottesdienste anlässlich von Goldenen Hochzeiten halten: Und wenn so eine Ehe nicht nur „golden“ ist von der Anzahl der Jahre her, da möchte ich dann Luther so manches Mal zu rufen: „Martinus, die Ehe ist auch ein geistlich Ding!“